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Begriffe

#Geschlecht/lichkeit
...bildet mit der #Sexuellen Präferenz die #Sexuelle Identität des Menschen und meint das biologische Geschlecht (die biologische Beschreibung als männlich, weiblich oder in einer weiteren Ausprägung), das psychische Geschlecht (das persönliche Bewusstsein sich sexuell als Mann oder Frau oder etwas Drittes zu erfahren) und schließlich das soziale Geschlecht (engl. gender), mit der jede Person sich in ihrer #Sexualität und #Sexuellen Biografie in einer sozialen Rolle erfährt oder aber nicht erfährt, anerkannt oder missachtet wird.

#Sexualität
(von lat. sexualis/sexus „geschlechtlich/Geschlecht“) umfasst über die biologische Fortpflanzungsfähigkeit des Menschen hinaus die körperliche, geistige und seelische #Geschlechtlichkeit einer Person in ihrem Selbstverhältnis und Sozialverhalten innerhalb einer bestimmten #Sexualkultur. Sexualität prägt im Laufe der #Sexuellen Biografie die #Sexuelle Identität eines jeden Menschen und wird in der westeuropäischen #Sexualkultur nach W. Bartholomäus auf vier Sinndimensionen bezogen: Identität, Beziehung, Lust und Fortpflanzung. Die Transzendenzoffenheit dieser Sinndimensionen wird in jüngster Zeit teils auch als eigenständige Dimension der Sexualität herausgearbeitet.

#Sexualkultur
...bezeichnet begrifflich die in einer Gesellschaft und ihren sozialen, ethnischen und religiösen Gemeinschaften gutgeheißenen Werte und Inhalte #Sexueller Bildung, die damit verbundenen #Sexuellen Rechte sowie die gelebten, akzeptierten oder geduldeten, aber auch die geächteten Umgangs- und Erscheinungsformen von #Sexualität. In der westeuropäischen Sexualkultur stehen die #Sexuelle Identität, #Sexuelle Rechte, #Sexuelle Selbstbestimmung und die Ächtung #Sexualisierter Gewalt sowie einer #Geschlechts bezogenen Diskriminierung im Fokus der gesellschaftlichen und auch innerkirchlichen Auseinandersetzung.

#Sexuallehre
…umfasst das im kirchlichen Verkündigungshandeln und in Lehrveröffentlichungen verdichtet zum Ausdruck kommende Verständnis menschlicher #Sexualität, das – bezogen auf die #Sexualkultur einer Gesellschaft – im Sinne einer #Sexualmoral, #Sexueller Bildung und einer #Sexualpastoral ausdifferenziert werden kann. Die jüngsten lehramtlichen Quellen der kirchlichen Sexuallehre finden sich in den Konstitutionen des II. Vatikanischen Konzils, in päpstlichen Enzykliken und Lehrschreiben (z.B. Amoris laetitia, 2016) und ebenso auf dem Synodalen Weg ortskirchlicher Rezeption und Weiterentwicklung und lassen eine den Zeichen der Zeit und dem wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn entsprechende Lehrentwicklung erkennen.

#Sexualmoral
...orientiert als Ausdruck der kirchlichen #Sexuallehre das menschliche Handeln an Werten und Sinndimensionen der #Sexualität und unterstützt #Sexuelle Bildung in der Bildungsaufgabe ethischer Kompetenz. Bis in die jüngere Vergangenheit im Stil einer Gebots- und Verbotsethik durchgeführt, orientieren sich neuere Entwürfe bis hinein in die jüngsten lehramtlichen Schreiben kirchlicher Sexuallehre an dem ebenfalls in der kirchlichen Tradition begründeten Ansatz einer Tugend-, Verantwortungs- und Beziehungsethik, nach denen #Sexuelle Rechte und insbesondere das Recht auf #Sexuelle Selbstbestimmung sowie die Wertschätzung #Sexueller Identität auf die Würde des Menschen bezogen und anthropologisch begründet werden.

#Sexualpädagogische Kompetenz
…umfasst die Kompetenzen #Sexueller Bildung und ihrer Bildungsaufgaben und im Arbeitsfeld der #Sexualpastoral spezifische #Sexualpastorale Kompetenzen. 

#Sexualpastoral
....bezeichnet die Weise, in der Kirche über ihre Arbeitsfelder, Dienste und Lehre den Schutz, die Begleitung und die Entwicklung der menschlichen #Sexuellen Identität und je persönlichen #Sexuellen Biografie als seelsorgliche, beraterische, diakonische und pädagogische Aufgabe wahrnimmt. Hierzu gehören Angebote im Präventions- und Beratungsbereich – insbesondere der Ehe-. Partnerschafts-, Erziehungs-, Sexual- und Schwangerschaftsberatung –, in der diakonischen und seelsorglichen personalen Begleitung, im Bildungsbereich von Kita, Schule bis zur Erwachsenen- und Familienbildung und insbesondere in der offenen oder verbandlichen Jugendarbeit sowie die Stellungnahmen und Lehraussagen, in denen Kirche und Theologie die menschliche #Sexualität auf der Höhe der Zeit ins Wort bringt, würdigt und orientiert

#Sexualpastorale Kompetenzen
...gehören zu Qualifikationsvoraussetzungen und über Fort- und Weiterbildung zu schulende Fähigkeiten von Mitarbeitenden in den verschiedenen Bereichen der #Sexualpastoral und orientieren sich an den Bildungsaufgaben #Sexueller Bildung. Für haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeitende im pastoralen Dienst der Kirche gehören dazu personale Kompetenzen der Identitäts- und Beziehungskompetenz, damit zusammenhängende Sach- Sprachkompetenzen zu zentralen Themen #Sexueller Bildung sowie ethische und soziale Kompetenzen und insbesondere auch Kompetenzen im wertschätzenden Umgang mit pluralen Lebens- und Partnerschaftsformen und Menschen unterschiedlicher sexueller Orientierungen. Diese Kompetenzen sexueller Bildung dienen zugleich der Prävention #Sexualisierter Gewalt. 

#Sexualisierte Gewalt
...ist jede Form der körperlichen, geistigen und seelischen Beeinträchtigung einer Person mit Bezug auf #Sexualität. Kennzeichen sind die fehlende Achtung der #Sexuellen Selbstbestimmung bzw. die Missachtung der #Sexuellen Identität einer Person sowie Druck oder Zwang bei fehlender Gleichheit. Heute ersetzt der Begriff "Sexualisierte Gewalt" meist die Bezeichnung "Sexueller Missbrauch“, um schon von der geringsten Grenzverletzung an deutlich zu machen, dass es sich um Gewalt und nicht um Sexualität handelt. Prävention und #Sexuelle Bildung sind über den Schutz und die Förderung von #Sexueller Identität und der je persönlichen #Sexuellen Biografie zwei Arbeitsbereiche, die sexualisierter Gewalt entgegenwirken.

#Sexuelle Bildung
...ist eine der anspruchsvollsten, sensibelsten wie auch grundlegendsten Aufgaben der pädagogischen Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, insofern sie den Schutz und die Förderung der #Sexuellen Identität des Menschen zum Ziel hat, die #Sexuellen Rechte und Rechte sexueller Gesundheit schult und über die Begleitung der je persönlichen #Sexuellen Biografie zum Grundauftrag der Pädagogik bzw. Sexualpädagogik in kirchlichen Einrichtungen gehört. Zu den Sexualpädagogischen Bildungsaufgaben bzw, zu den Kompetenzen sexueller Bildung gehören nach einem Kompetenzmodell (S. Leimgruber) die Identitätskompetenz, Sprachliche und kommunikative Kompetenz, Sachkompetenz, Soziale Kompetenz, Ethische Kompetenz, Interreligiös und kulturelle Kompetenz sowie Medienkompetenz. 

#Sexuelle Biografie
...lässt sich die geschichtliche Entwicklung der individuellen #Sexuellen Identität bezeichnen, die sich entsprechend der vielfältigen Ausprägung menschlicher #Sexualität nach G. Schmidt als Bedürfnisgeschichte der persönlichen #Sexuellen Präferenz, als Körpergeschichte der #Sexuellen Entwicklung, als Beziehungsgeschichte sowie als Geschichte des sozialen #Geschlechts in einer #Sexualkultur beschreiben lässt. 

#Sexuelle Entwicklung
....kennzeichnet die den Menschen sein Leben lang bestimmende, sich bereits im Mutterleib ausprägende #Geschlechtlichkeit, die von frühkindlichen Beziehungs- und Bindungserfahrung geprägt den größten körperlichen Veränderungsprozess in der Pubertät erlebt, in der auch die zugehörigen Aspekte der #Sexualität, die Ausprägung von #Sexueller Identität, Bindungs- und Beziehungsfähigkeit, #Sexueller Präferenz, als Entwicklungsaufgaben der #Sexuellen Biografie hinzukommen und durch #Sexuelle Bildung unterstützt werden können.

#Sexuelle Identität
….sagt aus, wer wir bezüglich des #Geschlechts und des sexuellen Erlebens sind, d.h. wie wir uns selbst sehen und erleben und wie wir von anderen Personen wahrgenommen werden und werden wollen. Sie setzt sich aus vier verschiedenen Teilen zusammen: der körperlichen Ausprägung (biologisches #Geschlecht), der seelischen Verfasstheit (psychisches #Geschlecht), der gesellschaftlichen Rollenzuschreibung (soziales #Geschlecht) und dem individuellen Begehren (#Sexuelle Präferenz). Die Sexuelle Identität zeigt an, dass #Sexualität das Menschsein von Anfang des Lebens individuell prägt und als eine #Sexuelle Biografie beschreibbar ist. Sexuelle Identität kommt in der #Sexuellen Selbstbestimmung zum Ausdruck und ist Kennzeichen menschlicher Individualität und der Würde als Person.

#Sexuelle Orientierung
…ist Teil der #Sexuellen Präferenz und beschreibt, ob man sich von Frauen, Männern oder beiden Geschlechtern sexuell angezogen fühlt. Auch wenn die Entwicklung einer individuellen #Sexuellen Identität eine lebenslange Aufgabe jedes Menschen ist und sich als eine #Sexuelle Biografie beschreiben lässt, gilt für die sexuelle Orientierung, dass sie als natürliche Normvariante "durch keine spezifische Sozialisation veränderbar ist oder verändert werden müsste."  

#Sexuelle Präferenz
...meint die #Sexuelle Orientierung, die Ausrichtung bzw. das Alter der begehrten Person und die Vorlieben und Neigungen bzw. die bevorzugte Weise der sexuellen Betätigung. Die Variations- und Erfahrungsbreite der Sexuellen Präferenz verändert sich im Laufe der #Sexuellen Biografie jedes Menschen und formt ein je individuelles #Sexuelles Skript. Sie finden ihre Grenzen in der Missachtung der #Sexuellen Identität und der #Sexuellen Selbstbestimmung einer anderen Person, in der Anwendung #Sexualisierter Gewalt, aber auch in einer übersteigerten, das Leben einschränkenden Präferenzbesonderheit bis krankhaften Präferenzstörung, die der therapeutischen Begleitung bedürfen. 

#Sexuelle Rechte
…umfassen nach der "Erklärung Sexueller Rechte von der World Association for Sexology" Rechte, die mit dem Schutz, der Anerkennung und Förderung der #Sexuellen Identität und #Sexuellen Biografie jedes Menschen auch Teil der westeuropäischen #Sexualkultur sind: Das Recht auf sexuelle Freiheit, auf #Sexuelle Selbstbestimmung und die Unverletzlichkeit und den Schutz des sexuellen Körpers; das Recht auf die sexuelle Privatsphäre und sexuelle Gleichbehandlung; das Recht auf sexuelle Lust und den Ausdruck von Gefühlen; das Recht auf freie, sexuelle Verbindung sowie Rechte auf #Sexuelle Bildung und Information sowie Rechte #Sexueller Gesundheit und eigenverantwortlicher Familienplanung.

#Sexuelle Selbstbestimmung
...gehört zusammen mit weiteren #Sexuellen Rechten in der westeuropäischen #Sexualkultur zur #Sexuellen Identität und meint den Freiheit, Würde und die #Sexuelle Identität des/der Anderen achtenden Selbstvollzug einer Person im Umgang mit #Sexualität. Als zentrales Ordnungsprinzip für die Gestaltung menschlicher #Sexualität ist das Recht auf eine #Sexuelle Biografie und Selbstbestimmung durch Grenzverletzungen, #Sexualisierte Gewalt und Missbrauchsskandale in Kirche und Gesellschaft in seiner Bedeutung im Falle seiner Missachtung noch deutlicher hervorgetreten. Sexuelle Handlungen bedürfen der wechselseitigen Zustimmung zu einem / einer und seinerseits / ihrerseits mündigen Partner / Partnerin. Moraltheologisch reflektiert und vertreten wird die Sexuelle Selbstbestimmung durch den Ansatz einer Beziehungsethik. 

#Sexuelles Skript
...lässt sich nach J.H. Gagnon und W. Simon die individuelle Struktur und Ausformung der #Sexuellen Präferenz bzw. i.e.S. das Drehbuch der sich im jungen Erwachsenenalter ausprägenden sexuellen Vorlieben und Neigungen bezeichnen.. Das sexuelle Skript basiert auf frühkindlichen Bindungserfahrung, verbindet sich mit persönlichen Sozialisationserfahrungen im Laufe der #Sexuellen Entwicklung und #Sexuellen Biografie und bestimmt gleich einer lovemap die bevorzugten Weisen der sexuellen Betätigung.

#Sexuelle Vielfalt
…geht als Begriff einher mit der Anerkennung verschiedener Formen #Sexuelle Orientierungen und #Sexueller Präferenzen und ist darin zugleich ein Plädoyer für die Würde und #Sexuelle Identität jedes Menschen. Sexuelle Vielfalt zeigt sich in den je individuellen #Sexuellen Biografien und ist Ausdruck der derzeitigen westeuropäischen #Sexualkultur.